Kultur notiert: Januar - Februar 2011

Wussten Sie schon...

Von: Karin Reimann


Lucian Scherman (1864-1946) und seine Frau Christine (1865-1940)

Im Treppenaufgang des Staatlichen Museums f├╝r V├Âlkerkunde erinnert seit kurzem eine Tafel an Lucian und Christine Scherman.

Lucian Scherman war nach Moritz Wagner und Max Buchner von 1907 bis 1933 der dritte Direktor des M├╝nchner V├Âlkerkundemuseums. In seiner Amtszeit erfolgte 1926 der Umzug des Museums vom Galeriegeb├Ąude im Hofgarten in das Haus an der Maximilianstra├če.

Dank seiner bedeutenden Publikationen ├╝ber Geschichte, Religion und Kunst S├╝dasiens sowie seiner bahnbrechenden Neuorientierung des Museums legte Scherman den Grundstock f├╝r die weltweite Anerkennung des M├╝nchner Hauses. Er geh├Ârt zu der Generation, deren bedeutendes kulturelles Wirken durch die Zeit des Nationalsozialismus in Vergessenheit geraten ist.

Im Mai 1933 wurde Scherman gezwungen, auf grund seiner j├╝dischen Abstammung den "freiwilligen R├╝cktritt" von allen ├ämtern zu erkl├Ąren.

1939 entschloss sich das Ehepaar zur Emigration in die USA, nach Hanson, Mass., wo bereits der Sohn als Kinderarzt mit seiner Familie lebte. Dort starb Christine Schermann 1940 an den Folgen einer Tropenkrankheit.

Lucian Scherman erlebte nach Kriegsende noch seine Rehabilitation als ordentlicher Professor. Er starb am 29. M├Ąrz 1946 in den USA.

Lucian Scherman, V├Âlkerkundemuseum M├╝nchen




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